Ich habe es wieder getan. Bin über meinen eigenen Tellerrand gesprungen. Wieder habe ich einen Job hinter mir gelassen. Einen Beruf, der mehr Berufung war. Ich durfte gestalten. Ideen einbringen und diese auf die Schiene setzen. Dafür bin ich dankbar. Den Startnext-Gründern für das Vertrauen und den Freiraum. Dem Team für die grandiose Zusammenarbeit. Den Macher*innen und Partnern, für die gemeinsame Weiterentwicklung der kollaborativen Ideenrealisierungsmaschine. Daran glaube ich und das ändert sich auch nicht mit meinem Weggang. Ganz im Gegenteil. Es sind die richtigen Leute am Drücker, um dort die nächsten Schritte anzuschieben.

Mein Lebensweg war nie geradlinig. Ich bin in unterschiedlichste Welten eingetaucht. Vom kleinen Dorf in die große Stadt. Vom Hauptschulabsolventen zum Akademiker. Aus der Landwirtschaft in die Startup-Welt. Immer wieder musste ich mich in neue Welten hineindenken. Zusammenhänge verstehen lernen. Mich laufend selbst hinterfragen. Eigene Glaubenssätze begraben. Die Veränderung wurde zu meinem ständigen Begleiter. Dieser Weg hat mich geprägt. Hat mich dahin gebracht, wo ich heute stehe.

Genau deshalb muss ich wieder gehen. Eine Türe schließen, um mich auf die nächsten Herausforderungen zu fokussieren. Bislang gibt es keinen Masterplan. Eher vage Ideen. Will aber meine volle Energie genau darauf konzentrieren. Auf meine innere Stimme hören. Meinem Bauchgefühl nachgeben. Es ist an der Zeit!

Ich sehe viele Parallelen zwischen dem landwirtschaftlichen Strukturwandel und den aktuellen Veränderungen durch die Digitalisierung. Dazu habe ich geschrieben. Diese Erfahrungen sind mein innerer Antrieb. Ich habe gelernt, dass man den Wandel nicht aufhalten kann. Nur wer die Chancen der Veränderung ergreift, kann sie gestalten. Passivität und Ignoranz wird bestraft. Nichts könnte unseren gegenwärtigen Zustand besser ausdrücken als das chinesische Sprichwort:

„Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Mauern, die anderen Windmühlen.“

Aktuell sind wir in einer Phase des Wandels. Ein Umbruch der gewaltiger und rasanter ist als jemals zuvor. Und immer mehr der Mauerbauer kommen an den Drücker. Wir haben eine weltweite Renaissance dieser Couleur. Im mächtigsten Land der Welt war es eines der wichtigsten Wahlversprechen des aktuellen Präsidenten. Und er lebt seine Versprechen: Amerika first. Eigentlich müsste es heißen: Egoismus first. Scheiß auf die anderen. Was juckt es mich, solange ich meinen persönlichen Wohlstand ausbauen kann. Ok. Kann man so machen. Aber wie wird unsere Welt aussehen, wenn diese Einstellung zur Norm wird? Wenn wir basierend auf diesen Werten Zukunft gestalten? Wollen wir unseren Kindern und Enkeln eine solche Welt hinterlassen?

Auch im vermeintlich weltoffenen Europa gewinnen die Mauerbauer an Zulauf. Markanteste Zeichen sind der Brexit oder das Erstarken nationaler Strömungen in vielen Ländern. Immer mehr sehen es als gangbaren Weg. Stumpfer Populismus wird als Lösung wahrgenommen. Ja: Sie versprechen einfache Antworten auf komplexe Herausforderungen. Ja: Das hört sich verlockend an. Bringt es echte Lösungen auf die großen Herausforderungen unserer Zeit? Ganz sicher: NEIN! Es ist ein Weg zurück.

Wir benötigen ein Umdenken. Wir müssen mit allem Nachdruck den Fortschritt endlich dafür einsetzen, Mehrwerte für die Gesellschaft als Ganzes zu generieren. Zu lange haben wir die Messung von Fortschritt alleine auf monetäre Kennzahlen reduziert. Wirtschaftswachstum ist nicht alles. Erst Recht nicht, wenn nur ein kleiner Teil der Gesellschaft profitiert. Hier brauchen wir ein Umdenken. Es ist an der Zeit für einen Aufbruch.

Darauf werde ich mich zukünftig fokussieren. Gemeinsam mit anderen Gestalter*innen an einer besseren Zukunft arbeiten. Mein ehrenamtliches Engagement beim Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland (SEND) ausbauen. Auf bessere Rahmenbedingungen für Social Entrepreneurship und Soziale Innovationen hinwirken. Zudem konkrete Projekte anschieben. Damit andere bei der Realisierung dringend benötigter Lösungen unterstützen. An deren Wirkungsentfaltung mitarbeiten. Dazu demnächst mehr. Und ich werde laut sein. Ich tue es aus voller Überzeugung. In meinen Augen ist dieser Weg alternativlos.

Written by Markus Sauerhammer